PETG vs. Plexiglas: Welcher Kunststoff ist besser?

PETG vs. Plexiglas (Acrylglas): Welcher Kunststoff ist der richtige für dein Projekt?
 
Bei der Auswahl des passenden transparenten Kunststoffs steht man oft vor der Frage: PETG oder Acrylglas? Beide Materialien sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, unterscheiden sich jedoch drastisch in ihren technischen Eigenschaften, der Verarbeitung und dem Brandschutz.
In diesem Ratgeber erfährst du die wichtigsten Unterschiede, damit du garantiert die richtige Entscheidung für dein Vorhaben triffst.

Was ist Plexiglas und was ist PETG?
Ein häufiges Missverständnis direkt vorweg: Plexiglas ist ein Handelsname für Acrylglas der Firma Röhm aus Darmstadt. Wenn wir von Plexiglas sprechen, meinen wir also den chemischen Kunststoff Polymethylmethacrylat (PMMA).
PETG hingegen steht für Polyethylenterephthalat-Glykol. Das „G“ signalisiert eine Modifikation mit Glykol, die das Material besonders robust, zäh und widerstandsfähig gegen Gehäusebruch macht.

Die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich
Eigenschaft Acrylglas (Plexiglas) PETG
Oberflächenhärte Härtere Oberfläche, kratzunempfindlicher Weicher, anfälliger für Kratzer
Bruchverhalten Spröde, kann scharfkantig zersplittern Extrem zäh, schlagfest, splittert nicht
Verarbeitung Neigt beim Bohren/Sägen zum Splittern Sehr leicht zu schneiden, bohren und kalt zu biegen
Kantenbearbeitung Kanten polierbar (transparent glänzend) Kanten bleiben nach Bearbeitung eher matt
Lebensmittelecht Je nach Ausführung BPA-frei und konform mit EU-Verordnung 2024/3190
Chemikalien Empfindlich (besonders bei Alkohol) Hohe Materialstabilität und Beständigkeit

Bruchfestigkeit und Bearbeitung: Flexibilität vs. Härte
Ein entscheidender Unterschied liegt in der Mechanik. Während herkömmliches Acrylglas relativ spröde ist und bei starker Krafteinwirkung scharfkantig zersplittern kann, zeichnet sich PETG durch seine Zähigkeit und Flexibilität aus. Es absorbiert Stöße, ohne zu reißen, und splittert im Falle eines Bruchs nicht in scharfe Teile.
Das wirkt sich direkt auf die Heimwerker- und Industrie-Verarbeitung aus:
  • Acrylglas (Plexiglas) neigt beim Bohren und Sägen ohne Spezialwerkzeug schnell zum Splittern. Dafür hat es eine härtere Oberfläche und ist daher deutlich kratzunempfindlicher.
  • PETG ist extrem anwenderfreundlich. Es ist sehr leicht zu schneiden, kalt zu biegen und zu bohren, ohne dass man Angst vor Materialbruch haben muss.

Der Brandschutz-Check: DIN EN 13501-1:2007
Besonders im Messebau, Ladenbau oder in öffentlichen Gebäuden ist die Brandschutzklasse das kaufentscheidende Kriterium. Hier hat PETG klar die Nase vorn:
  • PETG erreicht nach DIN EN 13501-1:2007 die Einstufung B-s1, d0 (früher in Deutschland als B1 bekannt). Das bedeutet im Detail:
    • B: Schwer entflammbar (sehr begrenzter Beitrag zum Brand)
    • s1: Sehr geringe Rauchentwicklung (Smoke)
    • d0: Kein brennendes Abtropfen oder Abfallen (Droplets)
  • Acrylglas hingegen ist nach DIN EN 13501-1:2007 in die Klasse E eingestuft. Es gilt als normal entflammbar, ist jedoch im Brandfall nicht brennend abtropfend.

Chemische Beständigkeit und die „Alkohol-Falle“ bei Acrylglas
PETG bietet eine hervorragende Beständigkeit gegen Chemikalien und eine hohe Materialstabilität – auch im Kontakt mit aggressiveren Substanzen ist es zuverlässig einsetzbar.
Acrylglas (Plexiglas) ist bei alkoholischen und chemischen Reinigern nur bedingt einsetzbar. Acrylglas hat zwar den großen optischen Vorteil, dass man die Kanten durch mechanisches Schleifen oder Lasern perfekt polieren kann, sodass sie transparent glänzen. Aber Achtung: Wenn die Platten gelasert wurden, reagieren die Kanten extrem empfindlich. Wenn du gelasertes Acrylglas (Plexiglas) mit Alkohol (wie Isopropanol, Ethanol oder Spiritus) abwischst, führt das fast immer zu einer Zerstörung des Materials, da sich sofort feine Spannungsrisse bilden.

Nachhaltigkeit und Lebensmittelechtheit
In puncto Umweltfreundlichkeit schneiden beide Kunststoffe gut ab: Sowohl Acrylglas (Plexiglas) als auch PETG sind vollständig recyclingfähig und frei von Halogenen. Das erleichtert die Wiederverwertung im Wertstoffkreislauf und schont wertvolle Ressourcen.
Wer Kunststoffe im Gastronomiebereich, für Verpackungen oder im Haushalt sucht, greift am besten zu PETG. PETG ist von Natur aus BPA-frei und absolut konform mit der strengen EU-Verordnung 2024/3190 über Materialien, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Praxis-Check: Typische Anwendungsbeispiele
Wo welches Material seine Stärken ausspielt, zeigt sich am besten in der Praxis. Besonders im Bereich von Schutz- und Hygieneabdeckungen ist die Materialwahl entscheidend:
  • Klassischer Spuckschutz & Spuckschutz Thekenaufsatz: Im täglichen Kundenkontakt – etwa beim Bäcker, in der Apotheke oder am Empfang – müssen diese Aufsätze regelmäßig desinfiziert werden. Da herkömmliches Acrylglas bei alkoholischen Reinigern zu Rissen neigt, ist PETG hier die sicherere und langlebigere Wahl.
  • Spuckschutz für den Kuchenverkauf: Wo offene Lebensmittel im Spiel sind, gelten strenge Regeln. Ein Kuchenspuckschutz muss zwingend lebensmittelecht sein. PETG erfüllt die EU-Verordnung 2024/3190 und ist zudem komplett BPA-frei – ideal für den direkten Kontakt mit Backwaren und Speisen.
  • Spuckschutz mit Durchreiche für Kassenhäuschen: Hier ist die mechanische Bearbeitung der Knackpunkt. Das nachträgliche Ausschneiden oder Fräsen einer Durchreiche führt bei Acrylglas schnell zu Rissen und Absplitterungen an den Ecken. PETG lässt sich problemlos bohren, fräsen und sogar kalt biegen, um stabile Durchreichen zu formen, die auch Stößen durch Wechselgeld oder Ware problemlos standhalten.
Warum wir auf PETG setzen: Der Biskami Spuckschutz
Genau aus diesen Gründen haben wir uns bei der Entwicklung unserer Biskami Spuckschutze ganz bewusst gegen Acrylglas und für PETG entschieden. Ein Spuckschutz im gewerblichen oder öffentlichen Raum muss absolut bruchsicher sein, darf bei der täglichen Desinfektion mit Alkohol nicht reißen und muss strengen Brandschutzauflagen (schwer entflammbar nach DIN EN 13501-1) entsprechen. Mit unserem Biskami Spuckschutz aus PETG erhältst du ein langlebiges, lebensmittelechtes und sicheres Produkt, das all diese Anforderungen mühelos erfüllt.

Fazit: Welches Material kaufen?
  • Wähle Acrylglas (Plexiglas), wenn du maximale optische Brillanz, hochglänzende Kanten und eine kratzfeste Oberfläche für Deko-Displays, edle Schilder oder feste Verglasungen benötigst.
  • Wähle PETG, wenn das Material extrem robust sein muss, im öffentlichen Raum strenge Brandschutzauflagen erfüllt werden müssen, du es reinigen und desinfizieren musst oder es wie bei unserem Biskami Spuckschutz mit Lebensmitteln in Kontakt kommt.
Entdecke jetzt unsere bruchsicheren Lösungen, wenn du einen langlebigen Spuckschutz für die Gastronomie kaufen möchtest, oder bestelle deine Platten exakt auf dein Wunschmaß zugeschnitten in unserem Onlineshop!

 

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